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Schwerer Stand

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Airsoft/Softair hat in der öffentlichen Wahrnehmung manchmal einen schweren Stand. Deshalb beschäftigen wir uns in diesem Kapitel einmal mit den Vorwürfen die uns ASlern zeitweise gemacht werden.

Zu Allererst die Erleichterung. Trotz oft angeprangerter Vorurteile gegenüber Airsoft haben die Zebrafüxe Halle fast durchweg positive Erfahrungen mit ihren Mitmenschen gemacht. Die meisten Zeitgenossen - ob nun Arbeiter oder Pädagogin - stehen unserem unkonventionellen Hobby interessiert und aufgeschlossen gegenüber. Wir freuen uns besonders über kritische Nachfragen, da wir die meisten Ängste schnell aus der Welt schaffen können.

Deshalb möchten wir in diesem Kapitel eine Lanze für die Airsoft-Szene brechen- sie hat es verdient! 

 

Die bekanntesten Vorwürfe sind folgende:

1. Airsoft wird von (rechts-)radikalen Gruppen mit umstürzlerischer Absicht betrieben!?

2. Airsoft ist gewaltverherrlichend und aggressionsfördernd!?

3. Airsoft setzt die Hemmschwelle herunter mit echten Waffen auf Menschen zu schießen!?

Dazu gesellen sich Vorwürfe die entweder in dieselbe Richtung gehen oder so abstrus sind das wir hier nicht darauf eingehen werden.

Wir freuen uns über jeden Menschen der die Dinge kritisch hinterfragt, deshalb verstehen wir das man als Laie ohne Spielerfahrung auf oben genannte Ideen kommen kann.

Wir werden uns nun kurz mit den drei Punkten beschäftigen um ein möglichst klares Bild von der Materie schaffen.

Wir möchten an dieser Stelle noch betonen, dass die drei Vorwürfe keine wissenschaftlichen oder fundierten Vorwürfe sind, sondern klar unter den Bereich Stammtisch fallen. 

 

1. Airsoft wird von (rechts-)radikalen Gruppen mit umstürzlerischer Absicht betrieben!?

Die Airsoft-Szene dominiert den Großteil aller aktiven Airsoft-Nutzer. In dieser Szene ist für radikale oder rechte Elemente kein Platz. Das resultiert schon zwangsläufig daraus, dass die Szene versucht ihr scheinbar negatives Image loszuwerden.

Die vielen Distanzierungsschreiben auf fast allen Airsoft-Klub-Homepages sind ein Indiz dafür.

Wer sich in der reichhaltigen Forenkultur der Szene bewegt bekommt das sehr schnell mit.

Auf Spielfeldern und in den Klubs führen rechtslastige oder extremistische Äußerungen zum sofortigen Verweis.

Der Vorwurf halt allerdings einen kleinen, wahren Kern. Rechte Kameradschaften und Gruppen außerhalb der Airsoft-Szene haben in wenigen Fällen schon Airsoftguns für ihre ?Trainingscamps? genutzt.

Wir missbilligen diesen Missbrauch zutiefst und wundern uns immer wieder darüber, dass solche Gruppen glauben mit unseren Sportgeräten irgendwie üben zu können. Airsoftguns haben - von Aussehen abgesehen- nämlich kaum Ähnlichkeiten zu einer echten Feuerwaffe.

Bedauerlich finden wir es allerdings, dass der normale Airsoft-Spieler mit solchen Elementen in einen Topf geworfen wird. Dieser Vorwurf ist ungerechtfertigt und geht an der Realität in der Szene weit vorbei.

 

2. Airsoft ist gewaltverherrlichend und aggressionsfördernd!?

Dieser Vorwurf ist am einfachsten durch einen Besuch bei uns zu widerlegen! :-)

Gewalt und Aggression sind forschungstheoretisch eng miteinander verknüpft. Gemeinsamkeit ist die Verletzung eines Subjektes im weitesten Sinne. Für den Hausgebrauch fassen wir beide Begrifflichkeiten zusammen und definieren sie als Jemandem anderen etwas antun. Zusätzliches Element ist eine geringe Selbstbeherrschung und fehlende Triebkontrolle.

Bei Airsoft findet man nichts dergleichen. Die Geschosse sind bei normaler Schutzausrüstung vollkommen harmlos und verursachen keine Verletzungen. Psychologische Gewalt - z.B. über befehlshabende Rangordnungen- gibt es nicht. Allein durch die Tatsache, dass wir ohne Farbmarkierungen spielen und deshalb auf eine überdurchschnittliche Fairness angewiesen sind, kann von der geringen Selbstbeherrschung keine Rede sein.

Abstandsregeln und No-Shoot-Bereiche um ungefährliche, aber schmerzhafte Treffer zu vermeiden, erfordern eine außergewöhnlich gute Beherrschung von Körper und Geist und einen verantwortungsvollen Umgang. Rambos gibt es in der Airsoft-Szene kaum.

Hinzu kommt das in vielen Airsoft-Spielen die Teams gemischt werden. Niemand hat Interesse daran befreundeten Vereinen oder gar eigenen Spielern irgendwie wehzutun.

Durch den sehr geringen Wettbewerbsgedanken bei unseren Spielen - es kommt mehr auf ein funktionierendes Zusammenspiel an- haben wir auch keine Probleme mit taktischen Regelverletzungen (Fouls), so wie sie z.B. im Fußball vorkommen.

Als Fazit lässt sich sagen das Airsoft für Gewalt und Aggression allein schon systembedingt keinen Platz lässt. Rambos oder gewaltaffine Interessenten werden schnell herausgefiltert und haben in der Szene keinen Platz. 

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3. Airsoft setzt die Hemmschwelle herunter mit echten Waffen auf Menschen zu schießen!?

Die Forschung geht davon aus, dass der Mensch eine natürliche Hemmschwelle besitzt einem anderen Wesen Leid anzutun.

Diese Hemmschwelle kann z.B. dadurch herabgesetzt werden indem eine Person eine anfangs unangenehme, tödliche Handlung immer wiederholt. Empathische Fähigkeiten nehmen ab und der Gegenüber verliert im Auge des Täters seine Menschlichkeit.

Die militärpsychologische Forschung kann zu diesem Punkt einiges sagen, da sie ihn sich zunutze macht.

Der Vorwurf, dass ein Airsoftspieler von diesem Hemmschwellenverlust betroffen wäre, kann erfahrungsbedingt und logisch entkräftet werden.

Erfahrungsbedingt deshalb weil der Autor dieser Zeilen in sieben Jahren und nach vielen Interviews niemanden hat finden können der mit dem Töten kein Problem hätte. Die meisten denken über das Erschießen eines Menschen nicht nach wenn sie Airsoft spielen. Wieso auch?

Denn logisch entkräftet werden kann der Vorwurf dadurch, dass es keine Hemmschwelle gibt, da niemand verletzt werden kann. Der Spieler sitzt nach dem Spiel mit seinen Gegnern zusammen beim Lagerfeuer und amüsiert sich mit diesen. Es gibt weder Verwundung, noch Leid, noch Tod. Sollte man gar im Spiel einen Sicherheitsabstand nicht eingehalten haben, so entschuldigt man sich sofort.

Mein Gegenspieler ist stets der Spiegel meiner selbst. Ich weiß wie er sich fühlt und was er nicht will, möchte ich auch nicht.

Ein dritter wichtiger Punkt ist die innere Auffassung der Spieler. In einer aufgeklärten Gesellschaft die Krieg und Leid synonym verwendet, ist der obige Vorwurf nicht haltbar. Denn er würde voraussetzen dass man zwischen leidvoller Realität und gespieltem Krieg nicht unterscheiden könne. Es ist nicht abzustreiten das es Gesellschaften gibt die das Töten von Menschen klar verharmlosen.

Die deutsche Gesellschaft und ihre Mitglieder gehören aber sicher nicht dazu. 

 

 

Fazit

Das Fazit ist klar. Die oben genannten Vorwürfe sind bei genauerer Betrachtung nicht haltbar.

Wir möchten jeden Leser dieser Zeilen bitten sich in Erinnerung zu rufen, dass wir normale Menschen sind, die aus unterschiedlichen Gründen zu diesem unkonventionellen Hobby gekommen sind und darin aufgehen. Ohne negative Konsequenz.

Das zu verstehen erfordert einen Blick über den Tellerrand hinaus, aber wir trauen unseren Mitmenschen dies zu.

Das Sprichwort Man schießt nicht auf Menschen kennt auch Ausnahmen - wir sind der beste Beweis dafür.

Wer sich genauer in die Materie einlesen möchte findet in folgenden Studien weitere Informationen.

http://www.asvd.sasf.ch/index.php?id=35&file=tl_files/ASVD/Dokumente/Extern/Airsoftstudie%20der%20ETH%20Zuerich.pdf

http://www.paintball-elite.net/gutachten_gewalt.pdf